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Optimaler Verschuldungsgrad

SF aktuell

27.07.2016

Mitglied im Steuerauschuss

Herr Helmut Friederici ist Mitglied im Steuerausschuss der IHK zu Essen, Mülheim an der Ruhr,...

 

Optimaler Verschuldungsgrad

Wie Sie Ihre Eigenkapitalrendite erhöhen

Nach Angaben der KfW lag die durchschnittliche Eigenkapitalquote der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland 2016 bei 30 Prozent. Sie hat damit seit dem Jahr 2000 um über 10 Prozentpunkte zugelegt.

Im Umkehrschluss bedeutet es, dass der durchschnittliche Verschuldungsgrad aller KMU bei 70 Prozent liegt. Ausreißer gibt es dabei zu beiden Seiten: einerseits profitable Mittelständler, die sich nur über Eigenkapital finanzieren, und andererseits überschuldete und insolvenzgefährdete Unternehmen. Doch wo liegt der optimale Verschuldungsgrad?

Leverage-Effekt

Unternehmen können ihre Eigenkapitalrentabilität bis zu einem gewissen Grad durch eine höhere Verschuldung steigern. Diese Hebelwirkung wird in der Betriebswirtschaftslehre als „Leverage-Effekt“ bezeichnet. Das ist immer dann der Fall, wenn Fremdkapital zu günstigeren Zinssätzen aufgenommen werden kann als eine Investition, ein Geschäftsbereich oder das gesamte Unternehmen als Gesamtkapitalrentabilität erzielt. Die Formel dazu lautet:

Eigenkapitalrendite = Gesamtkapitalrendite + Verschuldungsgrad x (Gesamtkapitalrendite – Fremdkapitalzinssatz)

In der aktuellen nach wie vor herrschenden Niedrigzinsphase sind die Bedingungen daher optimal, durch eine höhere Verschuldung die Eigenkapitalrendite zu erhöhen. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, Zinsen für Unternehmenskredite von der Steuer abzusetzen. Zinsen sind Aufwand und mindern damit den steuerpflichtigen Gewinn.

Leverage-Risiko

„No risk, no fun“, dieser Spruch gilt auch beim Leverage-Effekt. Steigen nämlich die Fremdkapitalzinsen oder sinkt die Gesamtkapitalrentabilität durch eine negative Geschäftsentwicklung, kann sich die Hebelwirkung auch ins Negative kehren. Risikoaverse Mittelständler scheuen daher in der Regel eine zu starke Fremdkapitalfinanzierung. Hinzu kommt, dass sie gerne ihre Unabhängigkeit behalten möchten. Renditeschwache Unternehmen verfügen dagegen nicht mehr über eine ausreichend gute Bonität für weitere Kredite.

Doch zwischen diesen Extremen gibt es einen ausreichend großen Handlungskorridor für viele mittelständische Unternehmen, wo die klassische Fremdfinanzierung zur Finanzierung von Investitionen vor allem im digitalen Zeitalter besser als die Eigenkapitalfinanzierung ist. 

Dynamischer Verschuldungsgrad

Eine weitere wichtige Kennzahl im Zusammenhang mit der Verschuldung von Investitionen ist der dynamische Verschuldungsgrad, der im deutschen Mittelstand nach Angaben von Statista im Durchschnitt 312,6 Prozent beträgt. Das bedeutet, dass die Tilgungsdauer aus bei einem gleichbleibenden, aus einer Investition stammenden Cashflow 3,12 Jahre beträgt. Je niedriger, desto besser!

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